Punkrock
Prolog:
„Nein, das kannst du mir nicht antun, nicht jetzt, nicht...“ Drrrrrrring! Das war Alenas Wecker. Sie lag da mit Tränen in den Augen. Es war nur ein Traum. Ein Glück! Immer noch halb in Trance steht sie auf, beginnt sie ihr morgendliches „Ritual“. Noch bevor sie sich auf den Weg zur Schule macht, klingelt ihr Handy. Es ist Michael, ihr Freund. Monatelang war sie ihm hinterhergelaufen, nun waren sie zusammen, endlich. Mit einem Lächeln auf den Lippen, macht sie sich auf den Weg. Alles war wunderbar. Sie schwebte auf Wolke 7. Gleich nach der Schule traf sie sich mit Michael, immerhin war Freitag. Das hieß: „Less homework, more PARTY“ Etwas angetrunken kam sie diesen Abend nach Hause. Sagt ihre Mutter noch schnell gute Nacht und verschwand ins Bett.....

Kapitel 1
Das Geschreie eines Babys ließ sie am nächsten Tag wach werden. Alena gähnte herzhaft und blickte auf die Uhr? Halb 4?!? Welches gottverdammte Baby schreit bitte um diese Uhrzeit so laut, dass sie wach wurde. Sie drehte sich um und versuchte weiterzuschlafen. „Boah, stinkt das hier.“ Murmelte sie vor sich hin. „Nach... FEUER“ Kerzengerade saß sie im Bett. „NEIN“ Täuschte sie sich oder... Alena sprang auf, rannte zur ihrer Zimmertür. Panik stieg in ihr auf. Sie riss die Tür auf... Hitze und Rauch kamen ihr entgegen. Reflexartig schmiss sie die Tür wieder zu. Aber wo sollte sie hin? „HILFE!“ schrie sie „MAMA! PAPA! HIIIILFE!“ Ihre Stimme versagte. Sie würden sie nicht hören. Und selbst wenn, sie würden niemals durch den Rauch, das Feuer, was auch immer hindurch zu ihrem Zimmer gelangen. Jetzt erst fiel Alena auf, dass auch das Baby nicht mehr schrie. Eine unheimliche Stille lag in der Luft...“WUMM“ Ein undefinierbares Etwas war gegen die Tür geflogen, und hatte sie zur Hälfte aufgebrochen. Riesige Rauchschwaden schienen sekundenschnell das Zimmer zu füllen. Alena sah keine andere Möglichkeit. Panisch öffnete sie das Fenster und sprang in die Dunkelheit...
Ein stechender Schmerz durchfährt ihren ganzen Körper, sie kann kaum noch stehen, krümmt sich vor Schmerzen, doch sie lebt. SIE alleine. Niemand wartete vor dem Haus. Keine Nachbarn, keine Feuerwehr, nicht ihre Eltern... war das möglich? Sollte wirklich niemand außer ihr den Brand bemerkt haben? Das konnte nicht sein. Langsam hob Alena den Kopf. Sie konnte nicht viel sehen, alles war verschwommen, alles schmerzte. Dort, das Haus, es schien brennende Haare zu haben. Sie lachte über ihre eigenen Gedanken. Überhaupt wunderte es sie selbst, wie ruhig sie, zu mindest momentan, in einer solchen Situation war. Jetzt fiel ihr auch auf, dass ihr Fenster ja auf der „Gartenseite“ lag, und sie im Garten gelandet war. Logisch, dass niemand hier war. Ihre Panik war verschwunden, sie hatte noch nicht einmal Angst. Wovor auch? Es war doch alles gut, sie lebte und das Haus leuchtete in wunderschönen Farben. Aus der Ferne hörte sie leise Musik. Vorsichtig ließ sie sich ins Gras fallen und schlief Sekunden später ein.


Kapitel 2
Am nächsten Morgen wurde Alena von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Sie lag bis zur Hüfte auf einer dicken Moosschicht „in“ einem Busch, und war von außen kaum zu erkennen. Sie wollte sich strecken. „Autsch“ rief sie. Alles tat ihr weh. Sie versuchte aufzustehen, es war ihr fast unmöglich vor lauter Schmerzen doch sie schaffte es. „Okay, ich stehe... und nun?“ sagte sie zu sich selbst. Alena sah sich um. Sie erkannte einen völlig zerstörten Wohnblock und einige andere, die nur etwas angeschlagen waren. „Wo bin ich? Was mach ich hier und...“ Alena erschrak vor sich selbst. „...wer bin ich?“ Verdammt! Das konnte doch nicht wahr sein! Sie konnte sich nicht erinnern. Weder an ihren Namen, noch an ihr Aussehen, noch an irgendwas anderes... eigentlich wusste sie gar nichts, nur dass sie allein war. Völlig allein, niemand war da niemand kannte sie. Das heißt, vielleicht schon doch sie kannte niemanden. Sie versuchte sich krampfhaft an irgendwas zu erinnern. Doch nichts. Es gab nur sie, diese Häuser und... dort dieser kleine Pfad. Sie entschied sich, ihm zu folgen. Sie wusste nicht wohin er führte, doch das war ihr egal. Wie sollte sie überhaupt etwas wissen? Sie wusste doch nichts. Das war alles sehr kompliziert. „ Egal, ich wunder mich gar nicht mehr, ich finde sowieso keine Antworten, überhaupt keine!“ sagte sie zu sich selbst. Obwohl ihr jeder Schritt wehtat lief sie unbeirrt weiter. „Vielleicht sind das ja gar keine Schmerzen“, dachte sie. „woher soll ich das wissen?“ Die Erkenntnis, nichts zu wissen, war das Schlimmste. Alena fühlte sich einsam, verlassen, unwissend. Sie fühlte sich einfach nur schrecklich.

Alena kam nur langsam voran. Der Schmerz zwang sie immer wieder dazu nach nur wenigen Schritten eine Verschnaufpause einzulegen. Endlich näherte sie sich ein paar Bäumen, einem Wald. „Wieso weiß ich, dass das Bäume sind, aber nicht wie meine Freunde aussehen, oder heißen? Hatte ich überhaupt Freunde? Die würden doch sicherlich nach mir suchen, oder nicht? Und wieso weiß ich, dass es so was wie Freunde überhaupt gibt? Das hätte ich ja auch vergessen können, dann würde ich mich jetzt bestimmt nicht so einsam? Ich frag mich, bei welchem meiner Freunde ich gewohnt habe? Und wo? Oder bei wem hab ich gewohnt? Ich hab das Gefühl, da war noch jemand, oder hatte ich in meinem Leben niemanden, außer meiner Freunde, bei denen ich noch nicht mal weiß ob es sie gab... nein, Kopf, hör auf zu denken, das bringt nichts. So komm ich nicht weiter.“ Alena wusste nicht, ob sie diese Gedanken eben laut ausgesprochen, oder eben nur gedacht hatte. Doch das war ihr so ziemlich egal. In diesem Wald war sowieso niemand. Einige Meter weiter fand sie sich auf einer kleinen Lichtung wieder. Ein kleiner Bach floss über die Lichtung und „verschwand“ dahinter wieder in der Erde. Ein umgekippter Baumstamm lag am „Ufer“ des Baches und lud praktisch zum Hinsetzen ein, außerdem wuchsen auf dem kleinen, von der Sonne bestrahlten Wiese, wunderschöne Blumen. Zum ersten Mal seit, wie es Alena vorkam, sehr langer Zeit, lächelte sie wieder und eine angenehme Wärme durchfuhr sie. Vorsichtig setzte sie sich auf den Stamm, zog ihre Schuhe aus und ließ ihre schmerzenden Füße ins Wasser. Ihr kam dieser Ort bekannt vor, doch sie wusste nicht warum. „Ist ja auch egal“ KLICK! „Was ist egal?“ Alena zuckte zusammen. „Sorry, wollte dich nicht erschrecken“ Da hat jemand zu ihr gesprochen. Sie hat eine Stimme gehört. Dieser Jemand saß wahrhaftig vor ihr. Sie war nicht mehr alleine. Die erste Person, die sie in ihrem. ähm jetzigen Leben gesehen hatte. Wow!
Und was jetzt? Sollte sie vielleicht was sagen? Wieder ärgerte sie sich über ihre Unwissenheit. Das nächstbeste Wort was ihr einfiel war: „Hallo.“ Er grinste. Ah, dies schien ein passendes Wort gewesen zu sein. Das musste sie sich merken. „Hallo“ meinte er ebenfalls und grinste weiter. Beschämt sah Alena zur Seite. Sie wusste schon wieder nicht weiter. Plötzlich fiel ihr eine Frage ein. Vielleicht war er ja einer ihrer Freunde... und sie saß öfter hier und er wusste dass sie hier war... oder so. Egal ob diese Frage jetzt angebracht war oder nicht, sie musste es wissen. „Bist du... bist du mein Freund?“ Er schaute erst verdutzt, grinste aber dann wieder. „Noch nicht!“ Das brachte Alena nun vollständig aus der Fassung. War er nun ein Freund oder nicht? Was hat er mit NOCH nicht gemeint? War das ein Ja oder ein Nein? Konnte er sich denn nicht klarer ausdrücken? Schlagartig verschwand ihre kurz aufgeflammte, gute Laune. Davon schien er aber nichts zu merken. „Wie heißt du denn, Süße?“ Naaaa super, er kannte sie also nicht. War ja klar. Warum hätte sie auch einmal Glück haben sollen? Und... täuschte sie sich oder war er gerade näher an sie herangerückt? Iiiieeehh und jetzt legte er sogar seinen Arm um sie. Durfte er das überhaupt, wenn er gar nicht wusste, wie sie heißt? Warum hatte sie das bloß alles vergessen? Sie hatte keine Ahnung, wie sie reagieren sollte.

Kapitel 3
Alena wusste, dass sie ihn nicht ewig anschweigen konnte. Sie versuchte, ihr Unterbewusstsein sprechen zu lassen, vielleicht fing sie ja einfach an zu sprechen, ohne Kontrolle darüber zu haben – ach, was bildete sie sich eigentlich ein. Nichts passierte. Sie konnte sich an überhaupt keinen Namen erinnern. Selbst wenn sie einen falschen hätte sagen wollen, ihr wäre nichts eingefallen. War Baum etwa ein Name? Oder Blume? Ihr Gedächtnis war wie leer. „Nun... ähm... wie heißt du?“ Egal, ob das jetzt eine logische Frage war oder nicht Sie hatte etwas gesagt. Er hingegen grinste noch frecher, falls das überhaupt möglich war. „Also, wenn du das nicht weißt...“ Langsam wurde Alena wütend. Was erlaubte sich dieser... Junge da? „Ich weiß gar nichts, zufrieden?“ Erwiderte sie trotzig. Er schien sie nicht ernst zu nehmen. „Ok, ich geb dir einen Tipp: Ich bin der Bruder von Bill. (An alle die TH „hassen“: Sorry, dass ich jetzt wieder die Jungs dareinbring, aber ich hab vor die Geschichte auf einer Seite zu „veröffentlichen“ wo sie viel mehr lesen als hier. Dort geht’s aber nun mal um die 4. Außerdem fällt es mir leichter zu schreiben, weil ich keine völlig neuen Charaktere erfinden muss. Stellt euch einfach vor, sie hießen anders. Schon habt ihr nichts mehr dagegen^^)“ Er schein einem Lachanfall gefährlich nahe. Vielleicht wirkte es aber auch nur so wegen seines Dauergrinsens. Etwas verunsichert fragte sie: „Und... wer ist Bill?“
„Wer will das wissen?“ Eine 2. Person erschien auf der Lichtung (eine 3. wenn man Alena mitzählt ), was Alena freute. Denn nicht nur, dass sie nicht mehr mit diesem ewig grinsendem Jungen alleine war, sie traf nun auch ein weibliches Wesen. „Ich!“, sagte sie freundlich. „Sag mal Mädchen, wo wohnst du?“ sagte wieder er. „Ich mein, ob man’s will oder nich, Bill muss man ja wohl kennen.“ Und fing an zu lachen. Auch sie fing an zu lachen... was allerdings sehr komisch klang. Alena war vollends verwirrt. Wer war jetzt wer und wer war dieser Idiot von Bill? Und wieso bitte musste sie ihn kennen? War er doch ein Freund von ihr? Die Unwissenheit quälte sie. Die 2. Person kam auf sie zu und hielt ihr die Hand hin. Mit ihrer merkwürdig tiefen Stimme sagte sie: „Hi, ich bin Bill!“ Ahhh! Sie war also Bill. Okay, das musste Alena sich gleich merken. Bill! Ein Name! Sie kannte einen Namen! Sie verstand zwar nicht was das ganze hier sollte, aber sie kannte jemanden. Eine Person! Beim Namen! Das war doch schon mal was! Sie lächelten sich an. „Hallo-o-o!“ Sagte er. „Ok, du weißt jetzt, das er Bill heißt und ich sein Bruder bin, also Tom. Dürfte ich jetzt endlich erfahren wie du heißt?“ Juhu, noch ein Name! Tom! Halt, warte, er? „Er?“ „Ja!“ sagte es... Bill. Jetzt lachte Alena. Sie hatte ihn doch tatsächlich für ein Mädchen gehalten. Wann kehrte ihr dummes Gedächtnis denn endlich wieder. Normalerweise wäre ihr so etwas bestimmt nicht passiert. Das erklärte natürlich auch die merkwürdige Stimme. „Was lachst du denn so?“ fragte Bill. KLICK! „Hey, Georg, die hab ich schon“ „Na und? Ich jetzt auch!“ „Idioten!“ Das war wieder Bill. Georg, hieß also diese Person da vorne, die nun auch aus dem Wald aufgetaucht war. Wow, 3 Namen kannte Alena mittlerweile. Allerdings war darunter nicht ihr eigener... „Was... genau machen die da?“ Bill verdreht die Augen. „Die ham ne Wette, wer in dieser Woche die meisten Fotos von verschiedenen Weibern... sorry, Mädchen hat kriegt von dem andern einen Kasten Bier und ne Schachtel Zigaretten.“ „Naaa, toll!“ meinte Alena nur und lächelte. Innerlich fragte sie sich allerdings, ob sie selbst rauchte oder trank. Sie konnte sich nicht vorstellen wie das alles schmeckte. Nur eins wusste sie, Zigaretten machten krank. Sie nahm sich vor ab jetzt nicht mehr zu rauchen... egal, ob sie´s überhaupt jemals gemacht hat oder nicht. Während ihrer Überlegung stellte sie fest, dass ihr Gedächtnis nicht ganz verschwunden war. Sie wusste noch vieles, wie z.B. was Zigaretten sind. Aber nicht wie sie schmeckten. Sie wusste, dass es Personen, Freunde und Feinde gab, aber nicht ob sie welche hatte, geschweige denn wie sie hießen. Und ihr fiel auf wie idiotisch sie sich nur vor ein paar Minuten benommen hatte. Sie hatte nicht wirklich gewusst, was sie mit Bills Hand hätte machen sollen, als er diese hin hielt. Sie schütteln, zur Begrüßung. Was sonst? Alena grinste. Ob ihre Erinnerung langsam zurückkehrte? „Boah, Jungs... und du...Mädchen... hier is es doch voll langweilig. Komm wir gehen wieder zurück in die Stadt. Wer von euch beiden kam auf die verrückte Idee hier innen Wald zu gehen? Hier’s nichts los.“ „Ich!“ sagte Bill. „Oder würdest du gerne von einer Horde Fans überrannt werden?“ Fans? Was war das schon wieder? Fans, Fans, irgendwo hatte sie schon einmal davon gehört...


Kapitel 4
„Nein!...Trotzdem is es hier langweilig. Früher sind wir doch auch immer durch die Stadt gelaufen und es hat uns au nich gestört, das wir erkannt werden, im Gegenteil“, sagte Georg mit einem begierigen Grinsen auf den Lippen. „Früher hatten wir auch erst ein Album veröffentlicht, waren noch nicht im Ausland bekannt und hatten noch halbwegs soziale Fans!“ Das Lächeln auf Georgs Lippen verschwand, betreten sah er zur Seite. „Du meinst wegen ...“ „Ich will nicht darüber reden!“ Bills Stimme zitterte bei der Erinnerung an die vergangene Woche. Mehrmals hatten sogenannte „Fans“ ihnen vor den Hotels aufgelauert. Obwohl sich TH auf 2 Hotels verteilt hatte, hatten sie rausgefunden wo die Zwillinge übernachteten. Unwissend beim ersten Mal, vor Angst bei den nächsten Malen waren sie aus dem Van gestiegen. Kreischend sind also diese Fans auf sie zugerrannt, hatten sie angesprungen, versucht, ein Andenken zu ergattern, was hieß eine Dreadlock, oder die Kappe von Tom, ein Handschuh oder sogar das T-shirt von Bill. Die Bodyguards waren zwar nur wenige Minuten später aufgetaucht, trotzdem nahm diese Aktion beide ziemlich mit. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch und jeglichen Glauben an das Gute im Fan völlig verloren gingen Bill wie Tom in dieser Nacht im Bett. Bei Gustav und Georg waren die Fans allerdings „normal“ geblieben. Alena hatte mittlerweile völlig abgeschaltet. Sie verstand nicht, worüber diese Jungs da genau sprachen und wollte auch nicht die ganze Zeit nachfragen. Es hatte ja eh keinen Sinn. Sie schien mit offenen Augen zu schlafen, ohne einen Gedanken zu fassen, sie war völlig leer. „Was ist eigentlich mit Gustav?“, fragte Tom in die plötzlich eingekehrte Stille. „Unterwegs. Mit seiner Freundin“ , antwortete Bill knapp. „Aber...“ „Schwarze Jacke, Sonnenbrille, fertig!“ fiel ihm wieder Bill ins Wort. Gustav konnte sich noch so oft beschweren, dass er nicht so berühmt war wie die andern. Im Moment beneidete er ihn darum. Nirgendwo konnte er hingehen ohne erkannt zu werden. NIRGENDWO! Außer in abgelegene Gegenden wie dieser... Wald. Und er genoss es , worüber er sich stark wunderte vor weniger als einem halben Jahr hätte niemand ihn freiwillig hier raus gekriegt. Und mit Mädchen war schon lange nichts mehr wirkliches gelaufen. Seine Beziehung mit Linda hatte er sich mehr oder weniger durch seinen Ruhm versaut. Das war jetzt schon fast ein Jahr her und seitdem... Und Gustav, der hatte seit sie berühmt waren seine 3. Freundin... gerade er, der immer so schüchtern den Fans gegenüber war , hatte seine jetzige Freundin bei einem Meet & Greet getroffen. Es war selten , dass die Meet&Greet – Gewinnerinnen überhaupt Gustav Fans waren.... alle mochten sie Bill. Er wollte es sich nicht wirklcih eingestehen , aber immer öfter wünschte er , er wäre nicht mehr berühmt. Eine peinliche Stille hatte sich wieder über die 4 gelegt. „Jungs, ihr macht mir Angst!“ Georg flüsterte fast. „Seit wann sitzt ihr beide irgendwo zusammen, noch dazu mit einem Mädchen....und sagt kein Wort“ „Ich genieße es einfach , EINMAL sogar Tagsüber meine Ruhe zu haben. Weißt du wann wir das letzte Mal Urlaub hatten? David und Pat jagen uns von einem Termin zum nächsten. is sein neuer Lieblingssatz geworden. Warum bitte? Wir haben unsere Fans , die hören unsere Musik ohne dass wir dafür Werbung machen. Und wer sagt überhaupt , dass wir im Ausland berühmt werden wollten? Wir haben auch so genug um die Ohren“ Ungläubig schaute Bill seinen Bruder an. „Hast DU das gerade gesagt?“ „Ja, wieso?“ „Also...du ... man wenn selbst dir , Mister Obercool, das zu viel wird , muss es wirklich schlimm um uns stehen. Ich glaube hab ich vorher noch nie aus deinem Mund gehört , außer in Verbindung mit weiblichen Fans. Und ich kenn dich mittlerweile wirlich lange genug.“ „Ach ja? Und ...“Während sich die Zwillinge in eine Disskusion vertieften ,wollte sich Georg unbemerkt an das Mädchen neben Tom ranmachen. Ganz hübsch war sie ja, aber nichts weiter besonderes, ganz gut für ein, zwei Nächte, wägte Georg ab. Eigentlich war er ja ziemlich fies. Aber meistens wollten die Fans auch nicht mehr , oder er ließ sie glauben dass sie nicht mehr wollten. War dieses Mädchen überhaupt ein Fan? Zu mindest so was ähnliches , sons wäre sie sicherlich schon längst weggerrannt^^. Er setzte sich neben sie uns lächelte. „Na du? Wie geht’s?“ Keine Antwort. „Hallo?“ Immernoch keine Reaktion. „Hey, was hast du?” Alena blickte ins Leere, sie schien nichts von ihrer Außenwelt mitzubekommen. „Hey, jetzt rede mit mir , ich tu dir nichts.“ Vergeblich versuchte Georg, Alenas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihre Aufmerksamkeit schien ausschließlich ihr selbst zu gelten. Er fuchtelte mit seiner Hand vor ihre Augen rum. Plötzlich zuckte sie zusammen. „Na? Aufgewacht?“ Das war sie tatsächlich. Sie war in eine Art traumlose Trance verfallen. Unbewusst hatte sie die Bewegungen von Georgs Hand wahrgenommen und war aufgewacht. „Was?“ , sagte, schrie sie fast reflexartig. „Gaaaaanz ruhig!“ Georg wich erschrocken einige Centimeter vor ihr zurück. „ Ich wollte eigentlcih nur wissen wie’s dir geht, aber du warst irgendwie weggetreten .“ Scheiße geht’s mir du Arsch , was meinst du wie es dir ging , wenn du nichts mehr wüsstest, hätte sie ihn am liebsten angeschrien. „Gut“ war alles was sie herrausbrachte. „Aha.“ Smalltalk war wohl nicht ihre Stärke. „Ähm, und ....was machst du so?“ Oh man, was das denn für ne Frage? „Ich sitze hier, falls du es noch nicht bemerkt hast.“ Sag mal, hielt der sie jetzt für völlig blöd? „Nein, ich meine , wenn du zuhause bist. Was hast du für Hobbys, was hörst du für Musik?“ Ja , das wüsste Alena auch gerne. Was sollte sie ihm sagen? Sorry , du , aber ich kann mich an absolut gar nichts erinnern. Ausnahmsweise war ihr Kopf wie leergefegt, sie wusste keine Antwort und das ganze war ihr unendlich peinlich...


Kapitel 5
„Ey, wenn du mich nicht magst, kannst du mir das ruhig sagen, Hauptsache du sagst was, dein ständiges Schweigen macht einen noch verrückt.“ Sagte Georg sichtlich beleidigt. „Nein, nein, es ist nur weil..“, sollte sie es ihm sagen? Sie kannte ihn immerhin erst... noch nicht lange. „Weil...?“ drängte er. „Ach vergiss es!“ Eigentlich wollte sie aufstehen und verschwinden –„Autsch!“ – Der Schmerz trieb ihr Tränen in die Augen, er hatte immer noch nicht nachgelassen und durch ihre hektische Reaktion hatte es noch extremer wehgetan. An verschwinden war nun wohl nicht mehr zu denken. Trotzdem ging ihn das alles nichts an. „Wie lang ham wir heut Zeit?“ sprach Bill Georg von der Seite an. „ Den restlichen Tag wenn wir allein ins Hotel komm sons bis halb 8, da fährt David heim. Keine Besonderen Termine heute... man merks dir doch einfach des nächste Mal selbst, bin ich dein wandelnder Terminkalender?“ er war ziemlich angepisst von der ganzen Situation, mit Alena und so. Warum wusste er selbst nicht wirklich. „Ich hab ja nur gefragt“, erwiderte Bill beleidigt und legte sich zum entspannen ins Gras. Tom und schließlich auch Georg legten sich dazu. „So lässt sich’s leben!“ Tom schloss lächelnd die Augen und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Neidisch beobachtete Alena die 3. Ihnen schien es richtig gut zu gehen. Kein Wunder, sie wussten ja auch wer sie waren, wo sie hingehörten Sie wussten wahrscheinlich gar nicht wie gut es ihnen ging. Und wie sollte es jetzt mit ihr weitergehen? Auf einmal kam ihr ihre Situation aussichtslos vor. Wo sollte sie die Nacht verbringen? Und die nächste und die übernächste? Wie sollte sie jemals ihre Freunde finden? Würde sie sich jemals wieder an alles erinnern?
Was blieb ihr anderes übrig? Sie würde den Jungs sagen müssen ... oder zu mindest irgendwas erzählen müssen, damit sie bei ihnen über Nacht bleiben könnte. Nach kurzem Überlegen stand ihr Plan fest. „Hey Jungs!“ „Ja?“ entgegnete es im Chor. „Ich hab ein Problem, ich weiß nicht wo ich heut Nacht schlafen soll.“ „Bei mir natürlich!“ sagten jetzt nur noch Tom und Georg wie aus einem Mund, Bill allerdings schaute skeptisch. Alena war überrascht, wie einfach das war. Ihre halbwegs gute Ausrede hatte sie gar nicht gebraucht.. „Gut, dann wäre das ja geklärt.“ Sie grinste. Wie gerne hätte sie sich jetzt zu den 3en ins Gras gelegt, doch ihre unerträglichen und vor allem unergründlichen Schmerzen ließen dies nicht zu. Sehr, sehr vor sichtig legte sie sich also auf den Stein, den Kopf auf die Hände und war trotz ihre unbequemen Haltung Minuten später eingeschlafen.

Alena fühlte sich , als hätte sie gerade Mal 5 Minuten geschlafen, doch irgendwas war anders. Sie lag irgendwie ...weicher, leichter. Wo von war sie aufgewacht? Vielleicht einfach weil sie ausgeschlafen hatte (nach 5 Minuten?) , denn sie fühlte sich kein Bisschen müde. Als sie vorsichtig aufstand , schien es ihr, als wär ihr ganzer Schmerz in den Beinen gebündelt. Denn während ihr restlicher Körper kaum noch schmerzte, schienen sie ihre Beine kaum zu halten. „Egal!“ Sagte sie zu sich selbst. Wo war sie nun schon wieder? Und wie war sie hier her gekommen? Sie hoffte, dass sie die Nacht hier verbracht hatte, sicher war sie sich nicht, denn es könnte noch oder wieder hell draußen sein. Egal, alles egal, sie wollte nur weg hier. Das unbekannte Zimmer machte sie noch verrückt. 2 Türen und keine Ahnung wo sie hinführten. Egal. Wenn die eine falsch war nahm sie halt die andere. Sie öffnete die eine und trat heraus in einen langen Flur. Mit noch mehr Türen. Okay?!? Einfach den Flur entlanggehen, egal ob richtig oder falsch. Gab es überhaupt richtig und falsch? Sie wusste doch gar nicht wo sie hinwollte – Doch! Raus! Sie bemerkte nicht, wie langsam sie eigentlich nur vorran kam. Zu ihrem Glück hatte sie ihre Schmerzen für kurze Zeit völlig vergessen.
Eine Tür flog auf! „Fick dich!“ „Aber....!“ „Lass mich in Ruhe!“ „Jessy, ich....“ *KNALL* Das war wieder die Tür. Bevor Alena überhaupt realisiert hatte , was passiert war, war besagt Jessy schon den Gang entlang gestürmt und hinter eine Ecke verschwunden. Jessy, das war eindeutig eine Frau gewesen. Eine Frau wie sie , mit dem Namen Jessy. Jessy! Niemand würde wohl verstehen, wie wichtig Alena dieser Name war. Denn auch wenn sie ihren eigenen Namen nicht kannte, sie hatte nun einen Namen , den sie nennen konnte wenn jemand sie fragte. Jessy! Ihr neuer Name war eindeutig Jessy!

Kapitel 6
„Sie ist weg!“ schreit Bill seinen Bruder an. „Sie ist einfach weg, kein Zettel, kein nichts!“ „Na und?!“ meinte Tom sichtlich genervt und zog genüsslich an seiner Zigarette. „Mach die scheiß Kippe aus, man, du weiß, dass du hier drin nich rauchen darfs.“ „Na und?!“ „Mit dir kann man echt nich reden“, wütend verließ Bill Toms Zimmer und verschwand in der Tür gegenüber. „Beruhig dich Bill!“ sagte er zu sich selbst. „Es war doch nur ein Mädchen , das du gestern erst kennengelernt hast. Sie wird schon ihre Gründe haben warum sie ohne ein Wort zu sagen verschwunden ist. Fuck! Mach dir einfach keine Sorgen, Junge! Du wirst se nicht mehr sehn, du wirst dein Leben weiterleben und sie ihres! .... Man, das klingt ja als wärst du in sie verliebt.*g*“ Siehste, schon kannste wieder lachen?“ „Was kann ich?“ Bill fuhr ersdchrocken in die Höhe. Er hatte nicht bemerkt wie Gustav den Raum betreten hatte. „Ähm ... mir mal verraten ob du weit wo ... sie ist!“ Oh nein , fing er schon wieder mit der an. Gustav hatte wirklcih kein Bock sich mit Bill und den anderen wie schon den ganzen morgen zu fragen, wer was warum und weshalb sie was weiß er ist. ER hatte sie schließlich nicht zu ihr eingeladen. Gut, Bill auch nicht! Aber er hatte es auch nicht verhindert. „Weiß ich nicht. Ich wollte dir nur sagen, dass wir uns in 10 Minuten unten treffen.Wir fahrn zu Viva Live, kannst du dich erinnern? Ohne sie! Du kennst unsere Fans!“ „Jaja schon klar!“ murmelte er. Wie sollte sie auch mitkommen? Sie war ja nicht mehr da!

Alena schleppte sich die Treppe hinab, durchs Foyer hinaus auf die Straße. Und wolang jetzt? Als ob sie das wüsste. Einfach mal ... ähm .... da lang? Oder da? Die Straße war menschenleer, es schien also früh zu sein ...oder spät ... oder hier war eh nie was los. Diese Erkenntnis brachte sie auch nicht weiter. Im Gegenteil, hier gab es noch nicht mal jemanden, dem sie hätte nachlaufen können. Also ging sie nach ... nach ... links. Ja nach links weil ... das musste ja keinen Grund haben sie ging einfach nach links. Ein Schritt, zwei Schritte, drei Schritte – oh man, das tat weh – egal , weiter, immer nur weiter. Sie konzentrierte sich krampfhaft auf jeden einzelnen Schritt, um nur nicht nachdenken zu müssen. Nicht zu überlegen, warum und wie sie in diesem Zimmer gelandet war. Nicht zu überlegen wo ihre Freunde waren oder ob sie überhaupt welche hatte. Nicht zu überlegen wer sie überhaupt war –Halt! Stop! Nicht wieder damit anfangen! Sie hieß Jessy, hatte ihr Gedächtnis verloren und wollte es wiederfinden. Allein der Gedanke daran ließ sie Lächeln. Gedächtnis wieder finden, als ob man das einfach so unter einem Stein wiederfindet, oder auf einem Baum. Vielleicht würde sie es auch nie wieder finden.
Erschöpft setzte sie sich an den Straßenrand. Warum war laufen nur so anstrengend? Sie blickte zurück, sie konnte das Hotel noch sehen. Alena alias Jessy schloss die Augen und seufzte. Wie sollte es nur mit ihr weitergehen? Sie hatte absolut keinen Anhaltpunkt an dem sie anfangen könnte zu suchen, nach ihrem Gedächtnis. Warum ließ sie es nicht einfach sein mit dem Suchen? ----- Das war die Idee! Sie ließ es einfach. Wieso sollte sie suchen, was sie eh nie finden würde. Sie fing einfach ein neues Leben an. Sie würde alles neu entdecken. Unabhängig von allem anderen. Auf sich allein gestellt. Sie würde sich selbst neu erfinden. Ob das möglich war oder nicht, sie würde es auf jeden Fall versuchen. Hört sich doch eigentlich ganz witzig an. Alena... ähm Jessy musste Grinsen. Langsam und vorsichtig, aber doch in einem neuen Sinne glücklich stand sie auf.
Im selben Moment fingen einiger Mädchen vor dem Hotel an zu schreien.


Kapitel 7
„Bill ich liebe dich!“ „Tooom“ „Bill ich will ein Kind von dir!“ „ Tooooooom!“ „Georg, du bist der Geilste...“ Sie konnten es wirklich nicht mehr hören. Dieses ständige Gekreische. Ätzend! Konnten die sich nicht mal was Neues ausdenken? Sichtlich genervt drängten sie sich an der Kreischenden Masse vorbei, ungeachtet der schon fast flehenden Rufe der Fans nach Autogrammen (oder den Jungs selbst), geschützt von 4 Bodyguards. „Wenn sie nur nicht so verdammt wichtig für uns wären!“, fluchte Tom ,der scheinbar die schlechteste Laune der 4 hatte. Auch Gustav, der sich sonst am wenigsten beschwert, meckert heute. „Ich kann es auch nicht mehr ab. Hätten wir keine Auftritte, hätte ich schon längst aufgegeben. Das ist wahrscheinlich das einzige, was mich noch dabei hält. Wenn ich auf der Bühne „stehe“ denk ich auf einmal, die Fans sind richtig geil.“ „Ja das denk ich auch“ meint Bill. „Aber sobald wir von der Bühne kommen, und kreischende Fans Autogramme wollen, würde ich am liebsten schreien.“ „Schreeeihei, bis du du selbst bist, schreihei...“ „Georg!!! Du kannst immer noch nicht singenXD“ Alle lachen. „Ja, aber so toll sind unsere Fans ja noch nicht ma. Erinnert ihr euch an des Greenday Konzert? Da ham se alle getanzt. Und bei uns hüpfen sie, wenn wir Glück haben.“ „Jetzt beschwert euch doch nicht so über eure Fans!“ ruft Saki, der persönliche Bodyguard, „Betreuer“ und mittlerweile sehr guter Freund der vier, von vorne. „Ihr habt ihnen um genau zu sein alles zu verdanken. Und bei jedem Preis den ihr gewinnt, schwärmt ihr immer, wie toll sie für euch voten und euch immer treu sind und, und, und.“ „Aber...“ „Pscht! Hör mir zu. Ich weiß, euch sitzt der Schock von letzter Woche noch ziemlich tief in den Knochen, aber glaubt mir, lange nicht alle Fans sind so. Und die paar wenigen müsst ihr halt nun mal ertragen. Das gehört zu euerm Job, und gegenüber anderen hat der jede Menge positive Seiten. Angefangen bei den Mädchen Und auf den Viva Live Auftritt freut ihr euch doch auch.“ Zustimmendes Gemurmel. „Seht ihr, also“ „Da!!!“ rief Tom plötzlich dazwischen. Er hatte sie gesehen. Sie, nach der Bill die ganze Zeit suchte. Die, wegen der er ihn und die anderen schon die ganze Zeit nervte. Sollte er ihm Bescheid sagen? Nein wohl eher nicht. Er würde sie schnell wieder vergessen. Sie war ein Mädchen. Einfach ein Mädchen. Zugegeben sie war nicht hässlich aber nun auch nicht überragend, dass man sich hätte weiter um sie kümmern müssen. Trotzdem reizte ihn etwas an ihr. Es war wohl die Ungewissheit, die offenen Fragen. Es ist schon komisch, wenn ein Mädchen, dessen Namen er immer noch nicht kannte, sie nicht kannte. Weder Fan noch Hater war und außerdem noch einschläft und nicht mehr aufwacht. Sie hatten lange überlegt und sie dann einfach mitgenommen. Immerhin hatten sie ihr versprochen, dass sie bei ihnen über Nacht bleiben darf, auch wenn Tom sich das Ganze anders vorgestellt hatte. Auch deshalb hatte Tom das Interesse an ihr ziemlich verloren. Sie hätte die Nacht mit IHM verbringen sollen und nicht nicht aufwachen und dann in Bills Zimmer schlafen, nur weil er wie immer das größte Zimmer hatte. Und dann war sie... „TOOOOOOM!“ Nein nicht noch son wildgewordener Fan. „TOOOOM! Du Arsch jetzt sag endlich ich dreh gleich durch!” Hö? So redet aber kein Fan. Tom öffnete die Augen und merkte erst jetzt, dass Bill ihn wie verrückt schüttelte. „War ich lange weg?“ fragte er und musste grinsen. „Keine Ahnung! Boah endlich hörst du mal. Hör auf so blöd zu grinsen. Jetzt sag schon , was war da?!?!“ Bill hatte aufgehört Tom zu schütteln. „Ach das!“ sein Grinsen wurde noch größer. „Nichts besonderes. Nur ein Hase.“ „Ein Hase? Hier? In Berlin?“ „Oder irgendwas anderes!“ „Du bist verrückt!“ meinte Bill nur, drehte sich zur Seite und versuchte ,die letzten paar Minuten zu schlafen. Tom war das ziemlich egal. Sollte er doch denken, was er wollte. Als er Berlin meldete sich aber doch kurz sein schlechtes Gewissen. Sie hatten sie von einem kleinen Kaff in der Nähe von Potsdam mitgenommen und jetzt war sie am Stadtrand von Berlin. Einer Großstadt. Ob sie sich hier auskannte? Und wenn nicht? Sie schien auch sehr wackelig auf ihrem Beinen zu stehen. Viel hatte er gar nicht gesehen, sie waren ja einfach nur eben an ihr vorbeigefahren und hatten sie alleine gelassen ... was redete er da eigentlich? Sie war bloß ein Mädchen. Ein ganz normales Mädchen. Und sie war ihm egal, wie alle anderen Mädchen. Sie ging ihn nichts an. Sollte sie doch sehn wie sie weiterkommt. Und jetzt weg mit dem Gedanken und auf den späteren Auftritt konzentrieren.

Verwundert sah Jessy sich um. Die Menge war in Aufruhr. Zwischen ihnen glaubte sie für einen Moment Georg, einen dieser Jungs von gestern, zu erkennen. Aber selbst wenn er es wirklich gewesen wäre, was würde ihr das nutzen. Schon war er und die anderen, vielleicht waren ja auch Bill und Tom dabei, nach einigen Sekunden in einem schwarzen Van verschwunden. Jessy erinnerte sich an die Begegnung mit ihnen. Sie hatten ihr versprochen, dass sie die Nacht bei ihnen verbringen durfte. Also war dieses Haus wohl bei ihnen und dort hatte sie die Nacht verbracht. Wie sie dahin gekommen war, wo sie genau war und wie sie wieder dahin zurück gelangen sollte wusste sie allerdings nicht. Vielleicht war es aber auch besser so. Sie wollte ja ein neues Leben anfangen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf machte sie sich langsam weiter auf den Weg. Als der schwarze Van an ihnen vorbei fuhr , sah sie kurz hin, konnte allerdings nichts erkennen, die Scheiben waren dunkel. Egal, völlig egal, weitergehen, einfach nur weitergehen, der Weg ist das Ziel...



Kapitel 8
Diese ständigen Entscheidungen waren der Horror. Links, rechts oder geradeaus? Von wegen ohne Ziel laufen wäre einfach. Sie könnte in die falsche Richtung gehen. Nun, eigentlich konnte es ja keine Falsche Richtung geben, wenn es im Grunde keine Richtung gab. Aber vielleicht gab es doch eine falsche und Jessy wusste es nur nicht. Warum musste sie sich überhaupt immer entscheiden? Warum lief ihr Körper nicht von alleine? Und warum tat das Laufen überhaupt so weh? Eine unbeantwortete Frage folgte der anderen. Jessy hielt es langsam nicht mehr aus. Doch sie hielt es aus , was blieb ihr anderes übrig. Aber sie wollte es nicht aushalten. Sie wollte wieder alles wissen und....nein! Jessy, sei ruhig! Du hast ein neues Leben angefangen und das wirst du jetzt auch durchziehen. Egal was kommt!
Hier lief sie immer noch völlig alleine rum. Worum war denn hier niemand? So früh konnte es doch gar nicht sein, immerhin war es schon hell. Oder? Einige Meter weiter erblickte sie ein Stück Wiese. Natur! Vielleicht fand sie dort einen Platz, wo sich hinsetzten und ausruhen konnte.
Eine Bank! Endlich! Dieser dumme Park (ja, sie hatte mittlerweile rausgefunden, dass das hier ein Park war, umzingelt von riesigen Häusern) war einfach viel zu groß für sie. Doch auch hier sah man keine Menschenseele. Also schenkte sie ihre ganze Aufmerksam einem Eichhörnchen, dass durch die Bäume hüpfte.Wie niedlich es doch war. Warum konnte sie nicht auch so unbeschert durch die Bäume hüpfen. Etwas nasses floss Jessys Wangen herunter. Sie sah in den Himmel. Es schien nicht zu regnen. Warum wurde sie dann nass? Bloß weg mit diesen nutzlosen Fragen. Jessy wünschte sich frei zu sein. Frei wie das Eichhörnchen. Auf der einen Seite war sie das, doch auf der anderen Seite....eingeschlossen, von unbeantworteten Fragen, von der ständigen Sorge um einen .... um einen Schlafplatz! Fuck! Wo sollte sie diese Nacht verbringen? Und die nächste? Da half auch kein Schönreden. Jessys Lage war mehr als aussichtlslos. Könnte sie je wieder ein normales Leben führen?
Und was wenn nicht? Vielleicht könnte sie gar keins mehr führen...tropf....ein dicker Kloß schien sich in ihrem Hals gebildet zu haben ... tropf ...und plötzlich wusste sie was dort so nass war...Tränen...



Kapitel 9
Unaufhaltsam flossen über ihre Wangen, ihr t-shirt wurde richtig nass. Jessy weinte, und weinte und weinte. Der ganze Schmerz, den sie in den letzten 2 Tagen aushalten musste, ihre aussichtslose Lage, die Ungewissheit die sie quälte, alles brachte sie zum Weinen. Es schien aus ihr herauszuplatzen, herauszufließen, als wollte es weg von ihr. Doch es ging nicht, es war wie eine nie erlischende Quelle. Weiter und weiter floss es, ihre Tränen, sie flossen nicht weg sie flossen nur heraus... Es kam ihr so vor als würde ihr ganzer, bis jetzt scheinbar unterdrückter Schmerz an die Oberfläche gelangen. Als wäre er aufgetaucht, aus den tiefen ihres Körpers, stieß durch die Schicht, die sie bis jetzt vor allen Gefühlen , vor allem Schmerz fast gänzlich geschützt hatte... Es war schmerzhaft auf einmal wieder Gefühle zu haben....negative...und die Einsicht zu haben...dass ihr weiteres Leben sinnlos sein würde, wenn sie sich nicht bald wieder erinnern würde. Die Erinnerung saß tief in ihr...das wusste sie...das musste sie einfach...nur im Gegenteil zu ihrem Schmerz, zu ihren Tränen kam sie nicht hervor...Jessy fühlte sich verloren. Vergessen, allein gelassen, nicht beachtet...nutzlos....wenn sie Freunde hatte, hätten sie sie doch schon lange finden müssen. Sie müssen sie doch vermissen! Sie müssen sie suchen, sie müssen sie finden! Jessy fing an zu glauben, dass ihr Leben vor dem...als sie noch wusste wer sie war, genauso trostlos war. Genauso schrecklich, genauso schmerzhaft...Wenn des wirklich der Fall gewesen ist...oder eigentlich immer noch ist...warum lebte sie dann noch?

„Bill, kannst du nicht zumindest so tun, als ob dich das ganze hier interessiern würde“ , zischte Tom seinem Bruder zu und stieß ihn möglichst unauffällig an, da sie im Viva Live Studio hockten. „Hmm“, murmelte dieser nur, Tom rollte mit seinen Augen, den Jungen konnte man vergessen. Lieber wandte er sich wieder Gülcan zu, das Weib war einfach zu heiß um sich länger mit seinem Bruder zu beschäftigen.
Als alle Fragen gefragt waren und viiiiele Autogramme gegeben, machten sich die 4 wieder auf den Weg „nach Hause“ ... in ihr Hotel, wo sie für heute erst mal ausspannen könnten. Luxus für die Jungs. Die ganze Zeit bei Viva hatte sich Bill kaum konzentrieren können. Auch auf dem Heimweg war es nicht anders, außer dass es da nichts zu konzentrieren gab. Er wollte sich das selbst nicht eingestehen, aber er dachte die ganze Zeit an das unbekannte Mädchen. Nicht, dass er in sie verknallt wäre. Er machte sich einfach ...Sorgen. Wer weiß wo sie normalerweise wohnte, wenn er IHN nicht kannte...ok das wirkte jetzt angeberisch, aber es war numal so. Er machte sich Sorgen um die Kleine. Sie waren hier immerhin am Rand von Berlin, das war nicht gerade angenehm, wenn man aus dem letzten Kaff kam. Obwohl, da wär Bill jetzt auch gern. Fernab von seinen ganzen Fans, von David, von den Interviews, von diesen ätzenden, oberflächlichen Hotels. Vielleicht war es das, was Bill so an dem Mädel interessiert hatte. Sie kannte ihn nicht. Sie schrie nicht, wenn sie ihn sah, sie fragte nicht, wie es war, ein Star zusein, weshalb er nicht lügen musste, und sagen, das beste, was er sich vorstellen konnte. Obwohl das eigentlich gar nicht so gelogen war. Er konnte sich nämlich kaum was anderes vorstellen. Er mochte sie, obwohl er sie kaum kannte. Und er glaubte, Tom und Georg ging es nicht anders, obwohl es mit den 4en echt nicht mehr das ist was es mal war...

Innerlich hatte sich Jessy schon beruhigt, doch die Tränen flossen einfach weiter. Als würde nicht sie weinen sondern ihr Körper, ohne sie zu fragen. Sie fühlte sich einfach nur leer...viele Leute waren an ihr vorbei gelaufen. Die wenigsten hatten sie überhaupt angeguckt. Niemand war stehen geblieben. Bis vor wenigen Sekunden war ihr das egal, jetzt erst fiel es ihr auf. Sie erinnert sich wieder an sie. Sie hatten mit ihr geredet! Sie hatten sie nicht alleine gelassen, obwohl sie noch nicht einmal so kläglich weinte wie jetzt. Sie waren da gewesen... Tom, Georg, Bill … Jessy vermisste sie so sehr...






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